Die Doula

Ein alter Beruf erwacht wieder zum Leben. Seit heuer ist Ines Noth-Perwein aus Tiefgraben als Doula selbstständig. Sie begleitet Schwangere und Mütter im Wochenbett und unterstützt sie bei Fragen und Freuden, bei Unsicherheiten und Sorgen, die diese Ausnahmezeiten mit sich bringen. Je nach Wunsch ist eine Doula auch bei der Entbindung dabei und feiert mit den Eltern die Geburt ihres Kindes.

 

„Doulas ersetzen keine Hebamme“, sagt Ines Noth-Perwein und stellt sofort klar, dass ihre Arbeit unterstützend und begleitend ist, aber nicht die medizinische Kompetenz und Entscheidungsfähigkeit von
Ärzten und Geburtshelfern ersetzt. Doulas sind immer selbst Mütter und werden in den USA von Gynäkologen und Hebammen als „effektive und nebenwirkungsfreie Ressource zur Vermeidung von Kaiserschnitten“ empfohlen. Auch die WHO spricht sich für die Doula-Begleitung aus. Ines Noth-Perwein sieht sich als Begleiterin für die individuellen Bedürfnisse einer werdenden Mutter. „Ganz egal, welche Fragen man hat, Doulas hören zu, erklären und vermitteln bei Bedarf an Dritte. Wir sind auch Anlaufstelle für Frauen, die zu Beginn ihrer Schwangerschaft unglücklich und überfordert sind, sich aber nicht trauen, mit dem Partner über diese Art von Gefühlen zu sprechen. Ich versuche den Frauen dann das schlechte Gewissen zu nehmen, das sie aufgrund ihres Empfindens zusätzlich haben.“

 

Der Begriff „Doula“ kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet „Dienerin der Frau“, ihre Tradition ist uralt. Auf alten als die Frauen im Hintergrund der Gebärenden (als Stütze) zu erkennen. In vielen Kulturen war und ist es üblich, dass eine Gruppe Frauen zusammenkam, um eine andere Frau während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett zu unterstützen und zu umsorgen.

 

DEN ELTERN SAGEN, DASS EIN „PLAN B“ WICHTIG IST
„Wenn ein Paar es möchte, bin ich auch bei der Geburt dabei“, sagt die 36-Jährige. In diesem Fall lernt
man gemeinsam mit der Doula die Hebamme kennen und bespricht sämtliche Wünsche und Erwartungen
rund um die Geburt. „Für mich als Doula ist es wichtig, die Eltern in ihren Vorstellungen ernst zu nehmen,
ihnen aber auch einen ‚Plan B‘ nahezulegen. Nichts ist so unvorhersehbar wie eine Geburt und das Kind, das man bekommt“, sagt Noth-Perwein, die als zweifache Mama weiß, wovon sie spricht. „Je früher man sich darauf einstellen kann, desto weniger Druck lastet auf der werdenden Mutter, und das wiederrum wirkt sich positiv auf den Geburtsverlauf aus.“ Auch in traurigen Situationen, etwa bei Fehlgeburten, leisten Doulas Beistand in Form von Gesprächen und empfehlen, wenn nötig, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen oder mit anderen Betroffenen darüber zu sprechen.


DOULAS SIND NETZWERKERINNEN
Während in den USA Doulas praktisch in jedem Kreissaal anwesend sind, baut sich dieses Bewusstsein in Europa seit einigen Jahren wieder auf. „Auch in Österreich sind wir gut vernetzt, es gibt regelmäßige Treffen und Fortbildungen“, erzählt Ines Noth-Perwein. „Mit anderen Berufsgruppen wie Still- und Trageberaterinnen, Artgerecht-Coaches, Hypnobirthing-Trainerinnen und Hebammen sind Doulas ebenfalls in ständigem Kontakt, um so individuell wie möglich auf jede einzelne Frau eingehen zu können.“ Ines Noth-Perwein bietet zwei Pakete für die Doula-Begleitung an.

 

Infos und Kontakt auf www.mama-said.at

 

 

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